Über uns
BZFK (Berufliches Zentrum für Fachkräftekooperation) is a research, coordination, and certification centre supporting Germany's overarching national Fachkräfte (skilled labour) strategy. The centre was established following the reform of the Skilled Immigration Act (Fachkräfteeinwanderungsgesetz) that took effect in November 2023. Its strategic research currently runs along three axes: the Fachkräfte-Fragilität Index Deutschland, DETO (Deutsche Evaluation für Technik und Organisation), and the measurement of regulatory and competence coherence.
30. November 2023
Das BZFK (Berufliches Zentrum für Fachkräftekooperation) ist ein Forschungs-, Koordinations- und Zertifizierungszentrum für die übergreifende nationale Fachkräftestrategie Deutschlands, errichtet im Anschluss an die seit November 2023 wirksame Reform des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes. Mit einem integrierten und auf Umsetzung gerichteten Ansatz verbindet das Zentrum mehrere Ebenen — darunter wissenschaftliche Erkenntnis, politische Entscheidung, industrielle Praxis und individuelle Berufsbiografie.
Das deutsche Fachkräftesystem befindet sich in einem Paradigmenwechsel. Die demografische Verknappung tritt in ihre Hauptphase: Bis 2039 scheiden rund 13,4 Millionen Erwerbspersonen aus dem Arbeitsmarkt aus. Hinzu treten regulatorische Vorhaben mit eigenständigen Compliance-Kompetenzbedarfen — CBAM, CSRD, LkSG, KI-Verordnung und CRMA. Auf der industriellen Seite gestalten IRA, Made in China 2025 und NZIA das internationale Industriegefüge neu. Diese Drucklagen wirken in einer Polycrisis Convergence aufeinander ein und machen eine systemübergreifende integrierte Analyse erforderlich.
Die strategische Fachkräfteforschung in Deutschland wird von Einrichtungen wie IAB, BIBB, KOFA, DIW, ifo, ZEW, RWI, IZA, WZB, DZHW, SVR, SVR Migration, Wissenschaftsrat, IW und IMK getragen — fachlich spezialisierten Forschungs- und Beratungseinrichtungen mit jeweils eigener Standpunktverankerung und eigenem Mandatsbereich. Das BZFK baut auf ihren Forschungserträgen auf und führt sie in einer standpunkt- und mandatsübergreifenden Strategieforschung zusammen. Diese Forschungsarbeit ist auf anschlussfähige Anwendung angelegt — in fachlich spezialisierten Forschungseinrichtungen, bei politischen Entscheidungsträgern, in der industriellen Praxis und in den Berufsbiografien der einzelnen Fachkräfte. Maßstab ist die nachweisbare Wirksamkeit. Diese Umsetzungsorientierung und die übergreifende Synthese bilden das Grundprofil des BZFK. Gegenüber der politischen Entscheidungsebene folgt das Zentrum dem Grundsatz „policy-relevant but not policy-prescriptive": Es stellt Problemanalysen und Optionsbewertungen bereit; die eigentlichen politischen Entscheidungen treffen die demokratisch legitimierten Entscheidungsträger.
Die strategische Forschungsarbeit des Zentrums verläuft gegenwärtig entlang von drei Achsen. Der Fachkräfte-Fragilität Index Deutschland misst die strukturelle Fragilität des deutschen Fachkräftesystems mit zusammengesetzten Indikatoren und wird in periodischen Abständen veröffentlicht — mit dem Anspruch, sich als „Makro"-Barometer der gesamten deutschen Fachkräftestrategie zu etablieren. DETO (Deutsche Evaluation für Technik und Organisation) erfasst, bewertet, berät und begleitet internationale Fachkräfte über mehrere Jahrzehnte hinweg — vo
m Herkunftsland bis zur dauerhaften Verankerung in Deutschland — und steht zugleich deutschen Fachkräften in ihrer beruflichen Entwicklung offen. Einzelnen Fachkräften und Arbeitgebern dient das Instrument gleichermaßen als „Mikro"-Werkzeug. Die Messung der regulatorisch-kompetenzbezogenen Kohärenz erfasst fortlaufend die zeitlichen Verschiebungen und Lücken zwischen verabschiedeten Regelungen und den im Bildungs- und Arbeitsmarkt tatsächlich verfügbaren Kompetenzkombinationen. Auf dieser Forschungs- und Methodengrundlage betreibt das Zentrum eine Zertifizierungsdatenbank, die den Lebenszyklus von Fachkräften im In- und Ausland vollständig abdeckt und ein vielfältiges Spektrum fachkräftebezogener Akteursgruppen umfasst. Der Zeitmaßstab der Arbeit folgt den Eigenzeiten des deutschen Fachkräftesystems — dem demografischen Wandel über mehrere Generationen, den Bildungszyklen über zwei Jahrzehnte, den industriellen Umstellungsprozessen über mehrere Jahrzehnte.
